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Kai Ladzinski – wenn die Berufung

zum Beruf wird

 

11. August 2017 by LenaCULTURE

 

 

Auf den ersten Blick ist Kai Ladzinski wohl genau das, was sich Ottonormalverbraucher unter einem „typischen Künstler“ vorstellt. Auf den zweiten Blick auch. Dahinter aber steckt die faszinierende Geschichte eines Mannes, dear auszog, Seelen zu berühren.

 

Da bekanntermaßen schon das Hänschen lernen muss, was der Hans später können will, beginnt auch Kai Ladzinskis Geschichte im zarten Kindesalter. Bereits als kleiner Junge widmete sich der Künstler Stift und Papier genau so gerne wie Matchbox Autos und Fußbällen und arbeitete schon früh an seinen ersten Werken. Gemäß seines Alters zeigten die Zeichnungen damals aber anders als heute eben das, was ein kleiner Junge  – gerade, wenn er amerikanische Wurzeln hat – toll findet: Superman und Co. zierten die unzähligen Papierbögen, die der kleine Kai in seinem Kinderzimmer bemalte. Diese Liebe zur Malerei sollte sich von nun an durch sein komplettes Leben ziehen – aber der Reihe nach.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Der hält sich wohl für Picasso!“

 

Natürlich fiel auch in der Schule relativ früh auf, dass Ladzinski ein glückliches Händchen im Kunstunterricht hatte. Obwohl er sich als Teenager zwischenzeitlich lieber dem Klavierspiel als der Malerei widmete, stachen seine Bilder soweit hervor, dass der Kunstlehrer ihn als „kleiner Picasso“ betitelte und sich gleichzeitig dazu berufen fühlte, Ladzinski auf die richtigen Bahnen zu leiten. In der Fotografie-Einheit – ein Kunstbereich, der Ladzinski ausnahmsweise mal überhaupt nicht lag – hagelte es prompt eine 4 für den süffisanten Überflieger. Dieser gut gemeinte und wohl auch unbedingt notwendige „Dämpfer“ verfehlte seine Wirkung nicht: Ladzinski ließ sich anstacheln und realisierte, dass Erfolg zwar eine Menge mit Talent zu tun hat, aber trotzdem auch immer mit Arbeit und Fleiß verbunden ist. Der passionierte Lehrer erreichte mit dieser ziemlich simplen Psychologie sein Ziel und honorierte die anschließenden Höchstleistungen dann durchweg mit satten 15 Punkten. Für Kai Ladzinski die perfekte Motivation und sicherlich zumindest ein Grundstein seiner weiteren Karriere. Nach dem Abitur stand dann relativ schnell fest, dass es erst einmal ein Design-Studium sein sollte. Hier widmete sich Kai Ladzinski vor allem der Kunstgeschichte und schleifte sein theoretisches Fachwissen bezüglich der Farbenlehre und diverser Maltechniken. Nach Abschluss seines Studiums im Jahr 1996 stand einer Künstler-Karriere dann nichts mehr im Wege.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Junge, lern bloß nichts Vernünftiges!“

 

Im Gegensatz zu wahrscheinlich 90 % aller anderen Künstler, hatten Ladzinskis Eltern vollstes Verständnis für ihren Sproß bzw. seinen Berufswunsch. Der Vater – an sich als Manager einer großen Firma durchaus wirtschaftlich geprägt – legte zwar eine gewisse Skepsis an den Tag, als der Sohnemann mitteilte, er wolle freischaffender Künstler werden, war der Kunst und Malerei aber ähnlich intensiv zugetan und hielt sich so mit Sätzen à la „Lern´doch bitte erst einmal etwas Vernünftiges“ zurück. Ladzinskis Mutter war sogar noch deutlich toleranter und affiner. Als eine Frau, die sich selbst durch ein enorm künstlerisches Denken und den gewissen Freigeist auszeichnete, unterstütze sie ihren Sohn zu 100 % und glaubte immer an ihn und sein Talent. Für Kai Ladzinski ging und geht es aber schon immer um viel mehr, als nur darum schöne Bilder zu malen.

 

Der Seele Ausdruck verleihen

 

Kai Ladzinski ist ein Getriebener, der sich nirgends so richtig Zuhause fühlt (Anmerkung: Seine Mutter würde das bestreiten). Besonders in jungen Jahren mit sich und der Welt unzufrieden und auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und seiner eigenen Existenz, entwickelte er zunächst einen gewissen Fanatismus und malte einfach Tag und Nacht, ohne dabei an „weltliche“ Dinge wie Erfolg oder Ausstellungen in renommierten Galerien zu denken. All das nur mit dem ehrgeizigen Ziel, sich der Welt mitzuteilen, seiner Seele Ausdruck zu verleihen und damit Menschen zu berühren und zu inspirieren. Wenn er gerade nicht malte, widmete er sich den Essenzen verschiedener Religionen (besonders dem Buddhismus), meditierte stundenlang vor sich hin, machte Yoga oder analysierte Weisheitslehren oder Erkenntnisse der Metaphysik. Kurzum und womit wir wieder den Anfang dieses Artikel aufgreifen: Er machte all das, von dem sich der „normale Angestellte“ vorstellt, dass das ein Künstler halt so macht.

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